Liebe zum HUND – Liebe zur KUNST

DIE SAMMLUNG Dr. FLEIG

Sonderausstellung 2008/09 

 

Ausgewählte Werke der Sammlung Dr. Fleig konnten schon in den vergangenen Jahren als wechselnde Leihgaben im Hundemuseum gezeigt werden. Durch die Vermittlung des FCI Präsidenten Hans Müller und wegen der guten Zusammenarbeit des Österreichischen Kynologenverbandes mit der Kynos Stiftung, deren Vorsitzende nach dem Tod von Dr. Dieter Fleig seine Gattin Helga war, konnte bereits 2002 ein Vertrag unterzeichnet werden. Darin wurde festgelegt, dass die Sammlung nach einer späteren Auflösung des Haushalts der Familie Fleig dem Österreichischen Kynologenverband übergeben werden sollte.

Nach dem Tod von Helga Fleig im Dezember 2006 wurde die komplette Sammlung katalogisiert, fotografiert und nach Biedermannsdorf gebracht, wo sie in den Räumlichkeiten des Österreichischen Kynologenverbandes nun gelagert ist.  Für die Jahre 2008 und 2009 ist eine große Sonderausstellung mit vielen Werken der Sammlung Dr. Fleig im Europäischen Hundemuseum im Kloster Marienberg geplant. Damit kann das Angebot des Museums annähernd verdoppelt werden. Hundefreunde, aber auch Kunstfreunde, haben nun erstmals die Möglichkeit, einen großen Teil der Sammlung zu sehen. Zudem ist diese Sonderausstellung ein wesentlicher Beitrag zum Jubiläumsjahr 2009, in dem der Österreichische Kynologenverband sein hundertjähriges Bestehen feiert.

Dr. Michael Kreiner

Präsident des Österreichischen Kynologenverbandes

 

 

 

Die Sammlung Dr. Fleig ist eine der bedeutendsten Sammlungen der Welt zum Thema „Hunde in der Kunst“. Sie umfasst etwa 500 Exponate der bildenden Kunst (Skulpturen, Gemälde, Grafiken und Gebrauchsgegenstände). Zudem gehören zur Sammlung etwa 2000 Hundebücher, von denen die ältesten aus dem 17. Jahrhundert stammen.

Einige Werke der Sammlung sind durch Veröffentlichungen in diversen Publikationen schon bekannt,erstmals werden nun aber in einer großen Sonderausstellung sehr viele Werke der Sammlung öffentlich zugänglich gemacht.

Bei den Skulpturen handelt es sich großteils um Werke von Bildhauern aus dem 19. Jahrhundert. Darunter sind so namhafte Künstler wie Mene, Cartier oder Valton vertreten. In der Regel sind es Einzelfiguren von Hunden verschiedener Rassen, es gibt aber auch eine ganze Reihe von sehr bemerkenswerten Figurengruppen. Die Skulpturen sind in den traditionellen Materialien der Bildhauerei gearbeitet, der Großteil sind jedoch Bronzefiguren, bis hin zu lebensgroßen Darstellungen von Hunden. Ergänzt wird die Skulpturensammlung durch Bronzearbeiten der niederländischen Tierbildhauerin Gerda van den Bosch, die von Familie Fleig in Auftrag gegeben worden sind.

 

 

Eine Besonderheit stellen die Gemälde dar. In der Sammlung sind viele Hundeporträts aus dem England des 19. Jahrhunderts. Hundeporträts waren in England als eigene Kunstgattung sehr beliebt, seltsamerweise waren es die Kampfhunde, die es zu großer Berühmtheit brachten und so eines Porträtgemäldes würdig wurden. Zu den wichtigsten Vertretern dieses Metiers gehören neben anderen George und Maud Earl. Die Sammlung verfügt aber auch über andere Gemälde, wobei Jagddarstellungen aus dem 17. Jahrhundert, wie etwa von Abraham Hondius, zu den wertvollsten Stücken der Sammlung zählen.

Sehr umfangreich ist auch die Grafiksammlung. Auch hier stammen die ältesten Bilder aus dem 17. Jahrhundert. Besonders schön sind die Hunde- und Jagddarstellungen des deutschen Kupferstechers Johann Elias Ridinger. Die meisten Grafiken stammen aber wieder aus England und lassen sich der Zeit zwischen 1750 und 1900 zuordnen. Einige Grafikserien sind für den Hundefreund deswegen sehr interessant, weil sie erstmals die gebräuchlichen Hundrassen der jeweiligen Zeit und des jeweiligen Landes zeigen. Die wichtigsten Grafiker, Samuel Howitt und Henry Alken, sind mit einer ganzen Reihe von hervorragenden Arbeiten vertreten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Reizvoll sind auch die Gebrauchsgegenstände. Pfeifen, Aschenbecher oder verschiedene Gefäße  runden die Sammlung ab. Schutzhalsungen mit Stacheln aus dem 17. Jahrhundert, sowie Halsbänder von Steuereintreiberhunden, den ersten Diensthunden von Beamten, stellen echte Raritäten dar.

Thematisch liegt der Schwerpunkt der Sammlung auf den so genannten Kampfhunden. Das ist verständlich, weil diese Hunde in ihrer Zeit hohes Ansehen genossen und dementsprechend oft dargestellt wurden. Außerdem galt das besondere Interesse von Helga und Dr. Dieter Fleig diesen Rassen. In vielen Büchern und zahllosen Publikationen hat Dr. Fleig diese Hunde und ihre Geschichte dargestellt. Es sind aber auch viele andere Rassen in einzigartigen Arbeiten vertreten, was letztlich die Sammlung Dr. Fleig so vielfältig und interessant macht.

Anton Schoberwalter

Europäisches Hundemuseum